Acerola

27.11.2020 15:46

Die Acerolakirsche ist ein wertvoller Lieferant von Vitamin C - im Pflanzenreich ist sie nahezu unschlagbar. Wird die Acerola schonend zu Pulver verarbeitet, bleibt ein großer Teil der Inhaltsstoffe erhalten.

Vitaminbombe aus Südamerika - Acerola

Mit dem europäischen Kirschbaum ist die Acerolakirsche (bot. Malpighia glabra) nicht verwandt. Sie gehört zur den Malpighiengewächsen, die in Mittel- und Südamerika beheimatet sind. In dieser Region erfolgt auch der gewerbliche Anbau. Die Acerola wächst als Strauch oder als kleinerer Baum mit wenigen Metern Höhe. Ansprüche an den Boden oder die Wasserversorgung stellt sie kaum. Aus den büscheligen Blütenständen entwickeln sich im Laufe des Wachstumszyklus kleine Steinfrüchte, die vollreif von einem kräftigen Rot sind. Eine Besonderheit der Antillenkirsche, wie sie auch genannt wird, ist die Möglichkeit, sie in jedem Reifestadium, von grün über gelb bis rot, zu ernten und zu verwerten. Acerolakirschen reifen schnell, von der Blüte bis zur Kirsche dauert es rund 25 Tage. Dadurch ist viermal jährlich eine Ernte möglich.

Das größte Plus der südamerikanischen Frucht ist ihr überaus hoher Vitamin-C-Gehalt. Rund 1700 Milligramm auf 100 g Frucht bringt sie mit. Zum Vergleich: Die als Vitaminspender oft genannten Orangen weisen gerade mal rund 45 Milligramm auf. Ferner ist in der Acerola das Provitamin A enthalten. Zwei Vertreter der B-Vitamine, nämlich Vitamin B1 und Vitamin B2, ergänzen die wertvollen Inhaltsstoffe. Ein längerer Transport der Beere ist nicht möglich. Um die Vitamine möglichst zu erhalten, werden sie rasch nach der Ernte weiterverarbeitet. Acerolapulver wird durch Sprühtrocknung oder Gefriertrocknung produziert, die schonende Behandlung kommt auch den anderen Nährstoffen der Acerola wie Eisen, Zink und Kalium zugute.

Multitalent im Alltag - Acerola und Vitamin C

Der Nutzen als Nahrungsergänzung liegt bei der Acerolakirsche am Vitamin C. Hier punktet zusätzlich die hohe Bioverfügbarkeit des Vitamins, das bei der Herkunft aus einer natürlichen Quelle noch um die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe ergänzt wird. Es ist nachgewiesen, dass das Vitamin aus der Acerola vom Organismus besser aufgenommen und langsamer ausgeschieden wird als reine Ascorbinsäure. Dieser Nachweis gelang einem Forscherteam um E. Uchida [1]. Gegen kleine Unpässlichkeiten im Alltag wie zum Beispiel Katzenjammer kann ein Gemisch aus Acerola, Ingwer und Kaktusfeige hilfreich zu sein. Zu dieser Erkenntnis gelangten Forscher der Universität zu Mainz [2].

Weitere Eigenschaften von Vitamin C sind längst durch die Wissenschaft bestätigt. Vitamin C trägt zum Energiestoffwechsel bei und ebenso zur Verringerung von Ermüdungserscheinungen. Die normale Funktion des Immunsystems, auch in Zeiten körperlicher Belastung, kann durch Vitamin C aufrechterhalten werden. Zur Aufrechterhaltung des Nervensystems und als Schutz der Zellen vor oxidativem Stress ist Vitamin C ebenfalls ein wichtiger Verbündeter. Nicht zuletzt übernimmt Vitamin C eine weitere überaus wertvolle Rolle: Es sorgt dafür, dass Eisen vom Körper besser aufgenommen wird.

[1]Absorption and excretion of ascorbic acid alone and in acerola (Malpighia emarginata) juice: comparison in healthy Japanese subjects. E. Uchida, Biol. Pharm, Bull. 2011;34 (11):1744-7.
[2]Pflanzen-Cocktail hilft gegen den Katzenjammer. https://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/11357_DEU_HTML.php.


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