Arganöl

27.11.2020 16:00

Wohlschmeckend, pflegend, vorbeugend: Arganöl ist rundum ein Multitalent. Das Öl aus den Beeren des Arganbaumes hat seinen Ursprung in Marokko. Jahrhundertealte, bewahrenswerte Traditionen sind mit ihm verknüpft. Sie sind so bedeutungsvoll, dass dieses Wissen 2014 zum Immateriellen Kulturerbe erklärt wurde. Die Nutzung ist im nordafrikanischen Raum genauso vielseitig, wie sie uns nun auch möglich ist. Arganöl gilt als wertvolles Speiseöl, es wird in pflegenden Kosmetikprodukten verarbeitet und dient als Zusatz in Salben. In der veganen Naturkosmetik ist Arganöl ein hochgeschätztes Produkt.

Arganöl - vielseitiges Naturprodukt

Der Arganbaum, botanisch Argania spinosa, wächst in nordafrikanischen Regionen endemisch, also nur in diesem Raum. Hier entstanden im Laufe der Zeit weite Arganwälder, deren Bäume jedoch unterschiedlichen Besitzern gehören. Arganbäume sind, wie der Namenszusatz spinosa bereits verrät, bedornt. Dennoch hält dies Ziegen nicht davon ab, sich ebenso wie der Mensch an den Früchten schadlos zu halten. Geerntet werden Arganbeeren von Frauen, die die Früchte vom Boden aufsammeln. Die Verarbeitung ist ebenfalls nach wie vor in Frauenhand. Die Kerne werden aufgebrochen, das Innere wird zu Mus weiterverarbeitet. Aus diesem Brei sondert sich im Laufe des Herstellungsprozesses das hochwertige Arganöl ab. Was bei der Produktion abfällt, wird zu Tierfutter. Frauenkooperationen sorgen dafür, dass Einkommensquellen geschaffen und Traditionen erhalten bleiben. Wird das Arganöl für rein kosmetische Zwecke hergestellt, kommen auch eine maschinelle Ernte und die Verarbeitung in Betracht.

Arganöl enthält rund 20 % gesättigte Fettsäuren, der Anteil an ungesättigten Fettsäuren beträgt 80 %. Wegen seines nussigen Geschmacks ist es als Speiseöl, insbesondere zum Aromatisieren von Gerichten, beliebt. Aus kosmetischer und gesundheitlicher Sicht sind die im Arganöl enthaltenen Tocopherole interessant. Dabei handelt es sich um Vitamin-E-aktive Substanzen wie Alpha-Tocopherol. Vitamin E wiederum trägt dazu bei, die Körperzellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Hilfe für die Haut - Arganöl in der Forschung

Traditionell wird Arganöl in Marokko und den angrenzenden Ländern zur Behandlung von Hautkrankheiten und zur Pflege von Haaren und Haut eingesetzt. Arganöl gilt als entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend. Trockene, schuppige und empfindliche Haut wird ausgeglichener, wenn sie mit Arganöl behandelt wird. Den Nachweis darüber, dass Arganöl antientzündliche Inhaltsstoffe hat, haben sich unterschiedliche Forschungsgruppen zur Aufgabe gemacht. So kommen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass das in der Arganfrucht enthaltene Gamma-Tocopherol nicht nur gegen Entzündungen wirken kann, sondern auch chemo-präventive Eigenschaften hat. Ein näherer Zusammenhang, für welche Hauterkrankungen dies klinische Bedeutung erlangen kann, muss noch näher erforscht werden[1].

Arganöl - ohne Zusatzstoffe und vegan

Hochwertige Naturkosmetik mit Arganöl kommt ohne Zusatzstoffe aus und ist für eine vegane Lebensweise geeignet. Wie für Lebensmittel auch gilt, dass ein naturgerechter Anbau und eine schonende Verarbeitung Voraussetzung dafür sind, dass sich die Inhaltsstoffe voll ausbilden und erhalten bleiben. Auf Silikone, Parabene und Mikroplastik wird bei qualitativem Arganöl komplett verzichtet. Anwendungsgebiete von Arganöl sind die Hautpflege, die Behandlung bei Hautproblemen oder die Verhinderung von Dehnungsstreifen bei einer Schwangerschaft. Die pflegende Wirkung für Haut und Haare ist bei Arganöl ebenfalls bestätigt. Für die Pflege und Behandlung von brüchigen Nägeln ist Arganöl ebenfalls bestens geeignet. Es schützt durch seinen pflegenden Film und macht gleichzeitig die Nagelhaut geschmeidig.

[1] https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10408390802544520?journalCode=bfsn20


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