Hanfsamenöl

28.11.2020 12:08

Hanf (Cannabis) ist heute "in aller Munde" - und das ganz legal. Seit seine gesundheitsfördernden Wirkungen erforscht wurden, finden die unterschiedlichen Teile der Pflanze ihre Einsatzgebiete in medizinisch-therapeutischen Bereichen, in der Naturkosmetik sowie als Nahrungsmittel und Nahrungsergänzung.

Hanfsamenöl ist eines der Hanfprodukte, das aufgrund seiner Bandbreite wertvoller Inhaltsstoffe in den letzten Jahren in den Fokus rückte. Nicht zu verwechseln ist das Hanfsamenöl mit dem CBD-Öl, das ebenfalls aus Hanf hergestellt wird. CBD stammt von den grünen Knospen und Blüten der Hanfpflanze, es handelt sich hierbei um die cannabinoidhaltigen Teile der oberen Cannabispflanze. Hanfsamenöl dagegen wird durch Pressung ausschließlich aus dem Samen des Hanfs gewonnen und enthält kein CBD. Ebenso wie CBD-Öl wirkt auch das Hanfsamenöl nicht psychoaktiv, hat also keine berauschende Wirkung.

Eigenschaften und potenzielle Wirkungen von Hanfsamenöl

Zunächst muss der 70%ige Anteil ungesättigter Fettsäuren im Hanfsamenöl genannt werden, darunter zum großen Teil mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese essenziellen Fettsäuren sind ernährungsphysiologisch unverzichtbar, dabei kann sie der menschliche Organismus nicht selbst herstellen. Sie werden daher über die Nahrung aufgenommen. Generell können sich die ungesättigten Fettsäuren positiv auf den Cholesterinspiegel und das Herz-Kreislauf-System auswirken. Dazu zählen im Hanfsamenöl die Omega-6-Fettsäuren wie die Linolsäure und aus der Gruppe der Omega-3-Fettsäuren die alpha-Linolensäure und Stearidonsäure.

Omega-6-Fettsäuren werden für Wachstums- und Reparaturprozesse benötigt, sie sind wie Omega-3-Fettsäuren Bestandteile der Zellmembranen. Omega-3-Fettsäuren tragen zu einem normalen Cholesterin- und Triglyceridspiegel im Blut, einem normalen Blutdruck, einer normalen Gehirn- und Herzfunktion sowie Sehkraft bei. Omega-3-Fettsäuren kommen vor allem in Fisch vor, z. B. in Lachsen und Thunfischen, sie werden darum auch als marine Omega-3-Fettsäuren bezeichnet. Im Hanfsamenöl stecken zudem die Vitamine E, B1, B2 sowie Chlorophylle und Carotinoide. Daneben enthalten sie eine Palette von Mineralstoffen wie Magnesium und Kalium, Calcium, Natrium, Phosphor und Spurenelemente wie Zink, Eisen, Mangan und etwas Kupfer. Bestandteile sind zudem die essenziellen Aminosäuren, welche für den Aufbau von Haut und Haaren, aber auch der Gewebe und Muskeln unentbehrlich sind. In der Forschung gibt es Hinweise auf eine positive Wirkung von Hanfsamenöl auf das Herz-Kreislauf-System und die Gefäße [1].

Hanfsamenöl kann als Nahrungsergänzungsmittel oder Speiseöl verwendet werden. Als Speiseöl sollte es kalt verwendet werden, um sämtliche Inhaltsstoffe zu erhalten.

Hanfsamenöl zur äußeren Anwendung

Hanfsamenöl ist auch zur äußeren Anwendung auf der Haut geeignet. Laut einer Studie der Universität von Sevilla [2] stellt das Hanfsamenöl viele hautpflegende Substanzen bereit, darunter die Phytosterine Campesterin und Beta-Sitosterol, welche Hautreizungen und Juckreiz abschwächen können. Auch können sie dazu beitragen, den Feuchtigkeitsgehalt in der Haut zu regulieren. Die gegen freie Radikale schützenden Antioxidantien, die Hanfsamenöl als Clorophylle enthält, können durch die Haut aufgenommen werden. Hinzu kommt, dass die enthaltene alpha-Linolensäure ALA und Gamma-Linolensäure GLA (welche in anderen Speiseölen nur selten vorkommt) entzündungshemmend wirken, sodass es erste Studien zum Einsatz von Hanfsamenöl bei Hautkrankheiten gibt [2].

[1]The cardiac and haemostatic effects of dietary hempseed. 2010. https://link.springer.com/article/10.1186/1743-7075-7-32
[2]University of Seville: Surprising Health Benefits Of Hemp Seed Oil. 2014. https://www.biospace.com/article/around-the-web/surprising-health-benefits-of-hemp-seed-oil-b-university-of-seville-b-study-/


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