Kurkuma

25.11.2020 15:00

Seit mehr als 4.000 Jahren wird in Asien eine Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse geschätzt: Kurkuma ist dort nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilkraut bekannt. Hierzulande kennt man die Gelbwurz, wie Kurkuma auch genannt wird, vor allem aus den Curry-Mischungen, deren fester Bestandteil sie ist. Eine verdauungsfördernde und regulierende Wirkung versprechen sich nicht nur Liebhaber asiatischer Gerichte, sondern auch Personen, deren Verdauungsapparat anfällig für Störungen ist.

Kurkuma - gelbe Wurzel mit Benefits

Kurkuma, bot. Curcuma longa L., ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Ihr ähriger Blütenstand und die daraus entstehenden Kapselfrüchte sind schön anzusehen, von Bedeutung für Küche und Gesundheit ist jedoch der Wurzelstock. Das Ingwergewächs erneuert sich aus Rhizomen, an deren Enden sich Knollen bilden. Beides, Rhizome wie Knollen, werden für die Gewinnung von frischer und getrockneter Kurkuma verwendet. Auffallend an den Rhizomen ist das intensive, stark färbende Gelb.
Die typische Farbe ist dem Curcumin und seinen Derivaten zu verdanken. Weitere Inhaltsstoffe sind ätherische Öle in Form von Terpenen, wie Zingiberen, Atlanton, Turmeron, Cineol und Borneol. Ebenso enthalten sind Proteine, Zucker und Harze. Diese Inhaltsstoffe verleihen der Kurkuma ihren typischen, frisch scharf-würzigen und im getrockneten Zustand mild-würzigen Geschmack.

Kurkuma - von der antiken Heilpflanze zur Nahrungsergänzung

Vor allem die indische Heilkunst Ayurveda setzt auf die Verwendung von Kurkuma. Sie gilt dort als "heißes" Gewürz und soll sich wärmend und fördernd auf den ganzen Organismus auswirken. Ebenso wird der Gelbwurz in dieser Lehre eine reinigende Wirkung nachgesagt. Eine verdauungsfördernde und anregende Wirkung verspricht sich auch die moderne Pflanzenheilkunde der westlichen Welt. Hauptsächlich angewendet wird Kurkuma bei Blähungen und Völlegefühl [1]. Ein Zuviel des gelben Pulvers kann bei empfindlichen Personen jedoch genau das hervorrufen, was es eigentlich beseitigen sollte, nämlich Magenbeschwerden. Dosierungen und Tageshöchstmengen sind deshalb zu beachten.

Anti-entzündliche Effekte stehen bei der Anwendung von Kurkuma ebenfalls zur Diskussion. Diese Eigenschaft soll auf dem enthaltenen Curcumin beruhen, das leicht entzündungshemmend wirken kann. Kurkumaextrakt kam als Beimittel gegen Colitis ulcerosa bereits zum Einsatz. Allerdings liegen noch keine umfassenden Studien vor, die die Wirkung der Gelbwurz eindeutig belegen. Erste Analysen gibt es auch über die Wirkung von Kurkuma bei Arthrose.
Laborversuche lassen weitere Hoffnung aufkeimen. Die Ablagerung von bestimmten Eiweißstoffen im Gehirn könnten durch die Gabe von Curcumin unterbunden werden. Dieser Aspekt ist vor allem im Hinblick auf die Entstehung von Alzheimer interessant. Allerdings bedarf es auch hier noch umfangreicher Studien außerhalb der Labore, direkt am Patienten. Weniger sensationell, aber desto hilfreicher dürfte vielleicht künftig der Einsatz bei Allergien und Atembeschwerden sein [2].

Kurkuma - Gewürz mit Pflanzenkraft

Die Anwendung von frischer Kurkuma ist mit etwas Aufwand verbunden. Deshalb geben Köche wie Gesundheitsbewusste vielfach dem Pulver den Vorzug. Es lässt sich einfach dosieren und ist von gleichbleibender Qualität. Kurkumapulver eignet sich für alle Zubereitungen. Es ist beliebt als Gewürz, in Getränken oder als Zutat in selbst gemachten Cremes und Salben. Kurkumapulver wird in speziellen Aromaverpackungen, dicht schließenden Dosen oder Gläsern aufbewahrt. Lichtschutz und eine trockene, kühle Raumluft sind von Vorteil.

[1]European Medicines Agency (EMA): Curcumae longae rhizoma. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/curcumae-longae-rhizoma
[2]National Center for Complementary and Integrative Health (NIH): Turmeric. Online: https://nccih.nih.gov/health/turmeric/ataglance.htm


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